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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 16.03.2018
VVN/BdA Augsburg - Clemens Högg

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WIDERSTAND im DRITTEN REICH

 Clemens Högg und Rosa Högg


* 20.11.1880

† 11.03.1945

Clemens Högg wurde am 20. November 1880 im württembergischen Bad Wurzach geboren und erlernte das Schmiedehandwerk. 1911 gründete er die Neu-Ulmer SPD als selbständige Sektion. 1916/17 leistete er Arbeitsdienst bei der Firma MAN in Augsburg. Von 1919 bis 1920 war er Bürgermeister von Neu-Ulm und für die Sozialdemokraten im bayer. Landtag. In dieser Zeit bereitete er mit anderen die dann 1922 gegründete Neu-Ulmer und Augsburger Arbeiterwohlfahrt vor. In diesem Jahr zog er mit seiner Familie, Ehefrau Rosa Högg, geborene Krözinger am 14.4.1887, nach Augsburg, der Stadt, in der er bereits seit 1919 politisch aktiv war.

Schon 1920 wurde er dort zum stellvertretenden Augsburger SPD-Parteivorsitzenden gewählt und zum hauptamtlichen Bezirkssekretär für Schwaben bestimmt. Ab 1922 war er Vorsitzender der Augsburger Arbeiterwohlfahrt und ab 1924, bis zur Machtübernahme der Nazis 1933, übte er das Landtagsmandat für die Stimmkreise Augsburg II und Illertissen aus.

Vom 2. März bis Anfang Juni 1933 war er im Gestapo-Gefängnis „Katzenstadel“ inhaftiert. Nach seiner Entlassung wurde auf ihn in seiner Wohnung in der Metzstraße 37 in Pfersee am 19. Juni 1933 durch zwei SS-Leute ein Attentat verübt. Im August 1933 wurde er ins KZ Dachau eingeliefert und von dort im Oktober 1934 entlassen. Bis zu seiner Verhaftung am 22. September 1939 war er in Verbindung mit der Widerstandsgruppe Revolutionäre Sozialisten. Auf Betreiben eines ehemaligen stadtbekannten SS-Mannes, Hans Loritz, der inzwischen SS-Lagerleiter im KZ Oranienburg-Sachsenhausen war, wurde er in dieses KZ verschleppt und einer „Spezialbehandlung“ (1 1/2 Jahre Bunker, ein Zementgewölbe in dem man nicht aufrecht stehen und gehen konnte) unterworfen. Clemens Högg erblindete langsam, ein Bein mußte amputiert werden. Kurz vor Befreiung des KZ wird er mit anderen im Viehwaggon im März 1945 ins KZ Bergen-Belsen gebracht. Wie und wann er vor dem Eintreffen der Alliierten starb ist nicht bekannt.

Erinnerungsorte in Augsburg

AWO-Schwaben gedenkt ihrem ehemal. Vorsitzenden (2009)
Gedenkstein auf dem Ehrenhain auf dem Westfriedhof (seit 1950)
Gedenktafel am Clemens-Högg-Haus, Römerweg 50 in Augsburg Strassenschild in Augsburg-Pfersee (seit 1948)
Am ehemaligen Wohnhaus in der Metzstr. 37 ist eine Gedenktafel angebracht
 
Auf dem Grabstein des Familiengrabs wird auch an Klemens Högg erinnert
Erinnerungsveranstaltung am 70ten Todestag von C. Högg mit Enthüllung des Zusatzschildes
Seit dem 11.3.2015 gibt es ein Zusatzschild am Straßennamen
Stolpersteinverlegung 14.10.2017 für Clemens Högg in der Metzstrasse 37
Weil sie überlebte, durfte für Rosa Högg in Augsburg kein Stolperstein verlegt werden.
Erinnerung außerhalb von Augsburg
Erinnerungstafel
im vormaligen
KZ Sachsenhausen
(2015)

2018 auf Initiative der schwäbischen Arbeiterwohlfahrt und SPD errichtet
(Fotos: Jens-Christian Wagner)

Gedenkstein
auf dem anonymen Gräberfeld
im vormaligen
KZ Bergen-Belsen
(seit 2018)
Literatur - Namensgebung - Internet

Literatur:
Münzenrieder, Heinz (AWO): Zum 50. Todestag von Clemens Högg. Augsburg 1995
Münzenrieder, Heinz: Clemens Högg 1880-1945. Sozialdemokratischer Widerstandskämpfer. In: Haberl, Wolfgang (Hg.): Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben. Weissenhorn 2004.
(http://www.konrad-verlag.de/biographie/Einzeldarstellungen/Biog-478.html)
Rasehorn, Anna (2011): Clemens Högg ein Augsburger Widerstandskämpfer (PDF 20MB >>)

Wikipedia: >>

Namensgebung:
Clemens Högg Haus - Das Clemens-Högg-Haus bietet Betreuungsplätze Wohn- und Lebensraum mit Tagesstrukturierung für psychisch kranke Menschen AWO Schwaben



Gedenkblatt für Clemens
und Rosa Högg