Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 22.04.2026
Jüdische Häuser

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  Häuser im ehemaligen Besitz jüdischer Augsburger:innen
  Martin-Luther-Platz 5  
 

Gedenktafel

 
   
   
   
  Ausschnitt der Gedenktafel   ehemaliges Wohn- und Geschäftspalais
Bildquelle: Archiv Miriam Friedmann
     
                 
  Gedenktafel erinnert an jüdische Geschichte
Am Gebäude der Kreissparkasse am Martin-Luther-Platz erinnert seit Oktober 2010 eine Gedenktafel an die ehemaligen jüdischen Besitzer.
Im Zuge der „NS-Arisierung“ wurde 1939 das Anwesen zwangsverkauft. Die letzten Besitzer, Selma und Ludwig Friedmann waren entrechtet und schutzlos und am 7. März 1943, dem Vorabend ihrer Deportation, nahmen sie sich gemeinsam das Leben.
       
         
    - Ansprache M.Friedmann >>
- Bekenntnis zur Geschichte ( AZ 6.10.2010 >>)
 
               
  Frölichstrasse 2
 

Froelichstrasse

Die Jugendstilvilla an der Frölichstr. 2 gehörte der Familie Hesselberger (Heute ist dort die Polizeiinspektion Augsburg Mitte).
Hugo Hesselberger (1870-1918) und seine Frau Maria (1875-1938) waren ursprünglich jüdischer Religion. Ihre Tochter Gertrud heiratete 1920 den Landgerichtsrat Johann Ritter. Die Familie viel wie die Brüder von Gertrud unter die Rassenideologie der Nazis. Ihre beiden Brüder emigrieren Ende der dreißiger Jahre. Nachdem sich Johann Ritter trotz staatlichem Druck nicht von seiner Frau scheiden ließ wurde er aus dem Staatsdienst 1937 entlassen.
1938 wurde das Haus konfisziert und es zog u.a. die motorisierte Verkehrsbereitschaft der "Schutzpolizei" ein.
 
   
   
   
   
  Foto 2010              
               
  Frölichstrasse 5
 

  Landauer Haus
(Otto Landauer 30.5.1882 Augsburg - 22.10.1974 London)

Die Fabrik M.S.Landauer war in Oberhausen ansässig. Die Firma wurde 1938 enteignet.
 
     
     
    weitere Informationen >>  
         
         
  Fotos 2010          
           
          Grab der Eltern Anna und Joseph Landauer (Jüd. Friedhof Haunstetter Str.)  
               
  Ecke Königsplatz (1933-45 A.Hitler-Platz) / Bürgermeister-Fischer-Straße
           
  1906 eröffnete Hugo Landauer die "Kaufhalle Hugo Landauer, Manufakturwaren", ab 1907 in "Kaufhaus Brüder Landauer" umbenannt. Durch Zukauf wurde es im Laufe der Jahre zum führenden Kaufhaus in Augsburg und Schwaben und zu einem großen Ausbildungsbetrieb.

Nach dem Boykottaufruf 1933, gefolgt von Schmierereien und massiven Druck auf jüdische Geschäfte wurde das Kaufhaus 1934 an Albert Golisch verkauft und in "Zentral-Kaufhaus" umbenannt
   
     
     
     
   
  Quelle: Stadtjugendring Zeitzeugenkoffer  
         
       
ca. 1940
 
           
           
           
           
         
  Mitarbeiter ca. 1930
Quelle: Archiv VVN
       
               
  Mozartstrasse 5 1/2
           
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
  Foto 2025      

Am 22.4.2026 wurde in Erinnerung an das ehemalige "Ghettohaus" eine Tafel angebracht

 
                 
  Das Haus war seit 1919 im Besitz von jüdischen Kaufmanns Alfred Stein und seiner Ehefrau Berta, geb. Herzog.Ihr Sohn Ferdinand wohnete mit seiner Frau Martha, geb. Rosenau und den beiden Kindern Liselotte und Ilse mit im Haus. Ihre wirtschaftliche Situation verschlechterte sich durch die nationalsozialistische Rassenpolitik und die Hetze gegen Juden dramatisch. 1939 mussten sie Haus an die Stadt nahezu zum halben Kaufpreis verkaufen. Die Stadt nutze das Haus im weiteren als sog. "Juidenhaus" - schikanöse Einquartierung folgten. Insgesamt wohnten ziwschen 1939 und 1943 28 Personen im Haus . Von Ihnen wurden 24 in die Konzentrationslager Piaski, Auschwitz und Theresenstadtdeportiert, nur 2 überlebten. 3 Bewohner konnten emigrieren Alfred Stein verstarb 1940.    
                 
  Quelle: Alfred Hausmann: Verfolgt, vertrieben, verschleppt. Das Ghettohaus Mozartstraße 5 ½ in Augsburg und seine Bewohner 1939-1943. Augsburg 2024        
             
  Hallstraße 14  
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
            Im Oktober 2022 wurde in Erinnerung an das ehemalige "Ghettohaus" eine Tafel angebracht.  
         
  Die Familie Polatschek erwarb 1910 das Haus in der Hallstraße 14. Das ehemalige Haus wurde 1944 bei der Bombadierung zerstört. Die Familie bewohnte das Haus bis 30.5.1938. Sie emigrieten um dem NS-Terror zu entgehen. Emanuel Polatschek betrieb ein Schuhgeschäft in der Maximilian Str. 8. Ab 1939 erfolgten Zwangseinweisungen in das "Judenhaus" . Zwischen 1938 und Mitte 1943 lebten 66 Personen in diesem Haus. wovon nur 17 Bewohner den NS-Terror überlebten.      
           
  Quellen: Alfred Hausmann: Das „Judenhaus“ Hallstraße 14 in Augsburg
(1939 - 43), Augsburg 2019
Nerdinger Winfried (Hg.): Bauten erinnern - Augsburg in der NS-Zeit. Berlin 2012