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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 29.4.2018
VVN/BdA Augsburg - Leonhard Hausmann

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 WIDERSTAND im DRITTEN REICH

 Leonhard (Hartl) Hausmann und Wilhelmine Hausmann

 
*  27.12.1902
in Oberhausen
am 17.5.1933
im KZ Dachau
erschossen

 

 

Seine Eltern Johann (1873 - ?) und Rosina Haußmann (1876-1931) kamen 1903 nach Oberhausen (1911 nach Augsburg eingemeindet). Sie hatten sieben Kinder von denen 4 früh verstarben. (wann die Schreibweise mit "ß" zu "s" geändert wurde ist nicht bekannt)

Leonhard war Bauhilfsarbeiter in der Papierfabrik Haindl (Augsburg), später Bauarbeiter.
Am 30.5.1928 heiratete er Wilhelmine
Stippler, geboren am 27.10.1906 in Göggingen. Sie wurde in "Sippenhaft" genommen, überlebte die NS-Zeit. Am 12.5.1993 ist sie verstorben.

Er wurde Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes und der KPD. Als aktiver Gewerkschafter auch im Betriebsrat bei Thosti (Augsburg). Als hauptamtlicher Funktionär der Partei wurde er in den Augsburger Stadtrat gewählt.
Hausmann übernahm 1932 die Funktion Beimlers als Leiter des KPD-Unterbezirks Augsburg. Für diese Aufgabe war er ein Jahr lang in der Sowjetunion geschult worden.

Als die Übergriffe auf die KPD erfolgten, versteckte er sich bei seinem Genossen Wilhelm Kienzle in der Billerstraße. Als er am 25.3. 1933 dessen Haus verließ, wurde er auf offener Straße verhaftet und ins KZ Dachau gebracht.

 
Porträt: Bild im Privatbesitz    

Wilhelmine und Leonhard
(Foto im Privatbesitz)

Am 17.5.1933, so meldete es jedenfalls die linientreue Presse (1), hätte Hausmann bei Außenarbeiten einen Fluchtversuch unternommen und sei dabei – nach mehrmaligem Anruf durch den Wachposten – erschossen worden. In Wahrheit hatte ihn ein durch seine Grausamkeit bereits vorher aufgefallener SS-Scharführer aus Augsburg, Karl Ehmann, in eine Fichtenschonung befohlen und dort aus weniger als 30 cm Entfernung hingerichtet. Seine Frau, die sich zu dem Zeitpunkt ebenfalls in Schutzhaft befand, wurde freigelassen und der SS-Mann wurde des Mordes angeklagt (1933 war dies noch möglich!) - der Prozeß wurde nicht zu Ende geführt. Nach dem Krieg wurde Ehmann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

(1) Augsburger Postzeitung, 21.5.1933
 
Dokumentation
L. u. W. Hausmann lebten zuletzt in der Ulmerstr. 52/I
Wohnhaus heute (Aufnahme Feb. 2013)
Grabplatte auf dem Westfriedhof

Zusatzschild seit Mai 2013

Am 17.5.2013 waren ca. 30 AugsburgerInnen an der Ecke Kirchbergstr. / Leonhard-Hausmannstrasse zusammengekommen, um an den 80ten Todestag zu erinnern. In einer Ansprache wurden Hausmann vorgestellt. Die älteste Teilnehmerin ist 93 Jahre alt und erlebte den beginnenden "nationalsozialistischen Umbau" Deutschlands am eigenen Leib.
 
Stolpersteinverlegung am 14.10.2017
in der Ulmer Strasse 52
 
Mit einer symbolische Stolpersteinverlegung wurde durch die Enkelin an das Schicksal von Wilhelmine gedacht

Quellen:
 Filser, Karl; Hans, Thieme (Hg.): Hakenkreuz und Zirbelnuß. Augsburg im Dritten Reich, Gondrom-Verlag 1993
• Geschichtswerkstatt Augsburg e.V.: Nicht Stadt, nicht Dorf. Leben und Arbeiten in Pfersee, AV-Verlag 1994
• Nerdinger, Winfried (Hg.): Bauten erinnern - Augsburg in der NS-Zeit. Berlin 2012
• Augenzeugenbericht Simon Heim >>
• Zámečnik Stanislav: Das war Dachau. Frankfurt am Main 2010

Bildbericht und Originalreden
• Kranzniederlegung zum 70. Todestag am 17.5.2003 >>
• Anni Pröll zum 70. Todestag von Leonhard Hausmann an dessen Grabstein – Westfriedhof 17.5.2003 >>
• Johanna Corniels 17.5.2003
>>

Namensgebung
Leonhard-Hausmann-Straße in Augsburg Pfersee seit 1946