Kopflogo
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 14.09.2013
VVN/BdA Augsburg - Leonhard Hausmann

Unterstützen Sie uns mit
Ihrer Spende
VVN-BdA Kreis Augsburg
Kto.Nr. 4861795
Augusta-Bank Augsburg
BLZ: 72090000
IBAN:
DE87720900000004861795
BIC: GENODEF1AUB

 

 

 WIDERSTAND im DRITTEN REICH

 Leonhard (Hartl) Hausmann

 
*  27.12.1902
   in Oberhausen
am 17.5.1933
    im KZ Dachau
    erschossen

Zunächst Beschäftigung als Bauhilfsarbeiter in der Papierfabrik Haindl (Augsburg), später Bauarbeiter.
Am 30.5.1928 heiratete er Wilhelmine
Stippler, geboren am 27.10.1906 in Göggingen.

Er wurde Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes und der KPD. Als aktiver Gewerkschafter auch im Betriebsrat bei Thosti (Augsburg). Als hauptamtlicher Funktionär der Partei wurde er in den Augsburger Stadtrat gewählt.
Hausmann übernahm 1932 die Funktion Beimlers als Leiter des KPD-Unterbezirks Augsburg. Für diese Aufgabe war er ein Jahr lang in der Sowjetunion geschult worden.

Als die Übergriffe auf die KPD erfolgten, versteckte er sich bei seinem Genossen Wilhelm Kienzle in der Billerstraße. Als er am 25.3. 1933 dessen Haus verließ, wurde er auf offener Straße verhaftet und ins KZ Dachau gebracht.



Grabplatte auf dem Westfriedhof

Am 17.5.1933, so meldete es jedenfalls die linientreue Presse (1), hätte Hausmann bei Außenarbeiten einen Fluchtversuch unternommen und sei dabei – nach mehrmaligem Anruf durch den Wachposten – erschossen worden. In Wahrheit hatte ihn ein durch seine Grausamkeit bereits vorher aufgefallener SS-Scharführer aus Augsburg, Karl Ehmann, in eine Fichtenschonung befohlen und dort aus weniger als 30 cm Entfernung hingerichtet. Seine Frau, die sich zu dem Zeitpunkt ebenfalls in Schutzhaft befand, wurde freigelassen und der SS-Mann wurde des Mordes angeklagt (1933 war dies noch möglich!) - der Prozeß wurde nicht zu Ende geführt. Nach dem Krieg wurde Ehmann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

(1) Augsburger Postzeitung, 21.5.1933
L. Hausmann lebte zuletzt in der Ulmerstr. 52/I
Wohnhaus heute (Aufnahme Feb. 2013)

Dokumentation

Am 17.5.2013 waren ca. 30 AugsburgerInnen an der Ecke Kirchbergstr. / Leonhard-Hausmannstrasse zusammengekommen, um an den 80ten Todestag zu erinnern. In einer Ansprache wurden Hausmann vorgestellt. Die älteste Teilnehmerin ist 93 Jahre alt und erlebte den beginnenden "nationalsozialistischen Umbau" Deutschlands am eigenen Leib.

Literatur
• Filser, Karl; Hans, Thieme (Hg.): Hakenkreuz und Zirbelnuß. Augsburg im Dritten Reich, Gondrom-Verlag 1993
• Geschichtswerkstatt Augsburg e.V.: Nicht Stadt, nicht Dorf. Leben und Arbeiten in Pfersee, AV-Verlag 1994
• Nerdinger, Winfried (Hg.): Bauten erinnern - Augsburg in der NS-Zeit. Berlin 2012

Bildbericht und Originalreden
• Kranzniederlegung zum 70. Todestag am 17.5.2003 >>
• Anni Pröll zum 70. Todestag von Leonhard Hausmann an dessen Grabstein – Westfriedhof 17.5.2003 >>
• Johanna Corniels 17.5.2003
>>

Namensgebung
Leonhard-Hausmann-Straße in Augsburg Pfersee seit 1946



Zusatzschild seit Mai 2013