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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 18.11.2011
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Volktrauertag in Augsburg
Volkstrauertag 13.11.2011
Gedenkfeier an der Blauen Kappe in Augsburg dieses Jahr sehr friedlich - ohne Glockengeläut, ohne Beflaggung vor dem Peutinger-Gymnasium und ohne Nazis. In Pfersee erinnert Frau Annelies Haaser-Schwalm an die Widerstandskämpfer Clemens Högg, Bebo Wager und Hans Adlhoch.
Volkstrauertag 15.11.2009
In Ulm marschieren Neonazis und huldigen der Wehrmacht: "Dunkel war es, die Fackeln leuchteten hell, als zahlreiche junge Deutsche am Abend des Volkstrauertages vor den Gräbern gefallener deutscher Soldaten aufmarschierten, um in einer bewegenden Zeremonie den Opfern ihres Volkes zu gedenken." - "Wir sind des Reiches junge Mannschaft"
Originalton der Neonazis, garniert mit einem grauenvollen Video
Volkstrauertag 16.11.2008
Volkstrauertag 2008 in der üblichen Tradition. Weiterhin bleibt der Volkstrauertag ohne inhaltliche Diskussion dieser Traditionspflege, wird zelebriert. Zum Glück hier das 3te Jahr ohne erkennbare Neonazis. Die Neonazis suchen andere Schauplätze auf. So, einen Tag vor dem Volkstrauertag in Gräfenberg: ca. 70 Neonazis ziehen durch Gräfenberg mit einem Transparent mit der Aufschrift «Ruhm und Ehre den deutschen Wehrmachtssoldaten» Nordbayerische Nachrichten >>
Mutiert der „Volkstrauertag“ zum Tag der Toleranz?
Artikel im Forum solidarisches und friedliches Augsburg
pdf-Datei >>
Volkstrauertag 2007


der direkte Wege zur Gedenktafel blieb versperrt

Blumen zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus vor der Gedenktafel am ehemaligen Gestapogefängnisses "Katzenstadel"

Pressemitteilung 18.11. Bündnis "Gegen das Vergessen" >>
"Berichte aus Augsburg und Schwaben" Ausgabe 24

Geschlossene Veranstaltung zum Volkstrauertag - Vertreter der Stadt und ausgewählte Gäste am "Kriegerdenkmal" an der Blauen Kappe.Eine unrühmliche Tradition verbindet sich mit diesem nach dem ersten Weltkrieg eingeführten Gedenktag - von den Nationalsozialisten wurde er zum staatlichen Feiertag (Heldengedenktag) - 1948 wieder zum Volkstrauertag - ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert - für Rechtsextremisten weiterhin der Heldentag. Die Stadt Augsburg konnte das zweite Jahr Rechtsextremisten fernhalten.


Dokumentation und Artikel in der AZ (pdf-Datei)

August 2008: Ermittlungsverfahren eingestellt Presseerklärung >>

Volkstrauertag 2006

Am Jahrestag der Pogromnacht verbietet nach einer Meldung der Augsburger Zeitung die Stadt Augsburg eine von der VVN/BdA Augsburg mit getragene Mahnwache an der Gedenktafel am ehemaligen Gestapogefängnis "Katzenstadel" am 19.11 (Volkstrauertag). Dieses Gefängnis war die Zwischenstation für viele ins KZ Dachau. Wenn Menschen Gedenkarbeit für Opfer des faschistischen Terrors leisten und Zivilcourage gegen das zunehmende Auftreten von Neofaschisten in unserer Stadt zeigen kann es nicht angehen, dass die Stadt diese Menschen ausgrenzt oder eine Gedenkveranstaltung an einem historischen Ort, noch dazu an einer von der Stadt angebrachten Gedenktafel, verbietet. Statt die Mahnwache von Augsburger AntifaschistInnen zu verbieten, sollten die Stadt Augsburg, vertreten durch den Oberbürgermeister und die im Stadtrat vertretenen Parteien diese Veranstaltung am ehemaligen Gestapogefängnis ohne wenn und aber unterstützen.
Das Auftreten und die Störung einer Gedenkveranstaltung "Für die Opfer de Faschismus" auf dem Westfriedhof am 1.11. durch Neofaschisten kann nicht als Zusammenstoß zwischen "linken und rechten Aktivisten" verunglimpft werden. Die offene Provokation von Neofaschisten auf dem Westfriedhof ist das Schlimme und bedarf der Gegenwehr. Statt zu verbieten sollte die Stadt die geplante Veranstaltung wie am Katzenstadel unterstützen! Wir fordern deshalb die Zurücknahme des Verbots.

Presseerklärung der VVN/BdA Kreisverband Augsburg
Presseerklärung des Bündnisses "Gegen das Vergessen"      
Presseerklärung der DieLinke.PDS
Claudia Roth zu dem Vorschlag des CSU Fraktionsvorsitzenden Weber, die NPD-Teilnahme am Volkstrauertag zu tolerieren (nicht mehr im Netz)
Die Rede von Bürgermeister Klaus Kirchner anläßlich des Volkstrauertages

Am 19.11. legte das Bündnis "Gegen das Vergessen" einen Kranz vor der Gedenktafel am ehemaligen Gestapogefängnis zu Ehren der Opfer des Faschismus ab.

Gegen das Vergessen – Wir gedenken den Opfern, nicht den Tätern

Am 19. November begeht der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen mit der Stadt wie in jedem Jahr den Volkstrauertag. Neben Angehörigen der Bundeswehr und hohen VertreterInnen der Stadt werden auch dieses Jahr wieder Neonazis einen Kranz für die “gefallenen Helden” des zweiten Weltkriegs ablegen.
Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs etabliert, 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt.
1934 wurde der Volkstrauertag von den Nationalsozialisten zum Staatsfeiertag erhoben und in “Heldengedenktag” umbenannt. Die an diesem Tag bis dahin ohnehin nur am Rande zelebrierte Trauer entfiel nun vollständig zu Gunsten der Heroisierung von Krieg, Opfertod und eines Aufgehens des Individuums im Kollektiv. Nachdem der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge 1945 zunächst von den Alliierten verboten wurde, konnte er seine Arbeit jedoch bereits nach einem Jahr wieder aufnehmen. Schon 1950 wurde der Volkstrauertag erstmals im Bundestag mit einer Feierstunde begangen und damit erneut in den Stand eines offiziellen Gedenktags erhoben. Seitdem wird bundesweit jedes Jahr an einem Sonntag im November den “Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft” gedacht. Ein Krieg ohne TäterInnen?
Was zunächst ganz unverfänglich klingt, trug seit jeher eine geschichtsverfälschende Komponente mit sich. Völlig unvoreingenommen würde man angesichts der deutschen Geschichte erwarten, dass an diesem Tag den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden müsste. Stattdessen standen jahrzehntelang die gefallenen Soldaten der Wehrmacht und die Toten der alliierten Bombenangriffe im Zentrum des Gedenkens, diejenigen, die die NSVernichtungspolitik
aktiv unterstützten oder zumindest bereitwillig duldeten. Spätestens seit Mitte der 90er Jahre wandelte sich die am Volkstrauertag zelebrierte Erinnerungskultur: man erinnert an die Leidtragenden des Stalinismus sowie an die Mauertoten und verweist schließlich auch auf die
Ermordeten der Konzentrations- und Vernichtungslager. Diese neue Form des Gedenkens ist jedoch weniger Ausdruck einer offener, toleranter oder kritischer gewordenen Bundesrepublik. Sie ist lediglich die abgewandelte, modernisierte Version des selbstbezogenen Opferkultes. So verschwinden hinter der Aufzählung der verschiedenen realen oder eingebildeten Opfergruppen aus den unterschiedlichsten Zeitepochen nicht nur die Taten, sondern auch die TäterInnen sowie die jeweiligen Spezifika der Taten. Die gemeinsame Nennung der Opfer des Ersten Weltkrieges, des Stalinismus, der Konzentrations- und Vernichtungslager sowie der gefallenen Wehrmachtssoldaten ist nichts weniger als die Weiterführung des Versuchs, die deutsche Geschichte zu normalisieren und den Zweiten Weltkrieg in einen gewöhnlichen Krieg
umzudeuten, in dem es ausschließlich Opfer gab.

Steilvorlage für Neonazis
Dass dieser gesamtgesellschaftlich konsensfähige Opferdiskurs eine perfekte Andockfläche für
Rechtsradikale aller Couleur ist, versteht sich von selbst. Die erstarkende rechte Szene greift in den letzten Jahren vermehrt öffentlich geführte Diskussionen, wie etwa die um den Sozialabbau, auf, und versucht dort ihre menschenverachtenden Positionen zu integrieren und sie auf diesem Weg salonfähig zu machen. Während diese Strategie bislang nur punktuell von Erfolg gekrönt war, fühlen sich die Neonazis bei der undifferenzierten, geschichtsverfälschenden “Vergangenheitsbewältigung” wohl wie die Made im Speck. Dementsprechend treten in den letzten Jahren immer mehr Neonazis bei den offiziellen Gedenkfeiern der deutschen Opfergemeinschaft auf, sei es bei der Erinnerung an die Bombardierung deutscher Städte am Ende des Zweiten Weltkrieges oder bei der Kranzniederlegung am Volkstrauertag. So auch in Augsburg. Gegen die Verhöhnung der Opfer!
Am Kriegerdenkmal an der Blauen Kappe, wo die VertreterInnen der Stadt Augsburg zusammen mit Uniformierten der Bundeswehr alljährlich ihre Kränze niederlegen, sind Mitglieder des lokalen Nazibündnisses “Nationale Opposition – Bündnis für Augsburg” sowie der Kameradschaft Augsburg akzeptierter Teil der Trauergemeinschaft. Genauso wie Oberbürgermeister Wengert legen auch die Neonazis einen Kranz für die “gefallenen Helden” ab und stimmen zum Abschluss das Deutschlandlied an. Da dies eine nicht hinnehmbare Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus und eine völlig inakzeptable Verdrehung der geschichtlichen Tatsachen darstellt, wollten wir dazu aufrufen, am Sonntag den 19. November, an der Mahnwache vor dem ehemaligen Gestapogefängnis "An der Blauen Kappe, Augsburg" des antifaschistischen Augsburger Bündnisses “Gegen das Vergessen” teilzunehmen. Wir wollten an diesem Tag ein Zeichen gegen die Normalisierungstendenzen in der Auseinandersetzung um die deutsche Geschichte und den immer salonfähiger werdenden Rechtsradikalismus setzen.

Vom Ordnungsamt ist diese Veranstaltung an diesem Ort mit der Begründung des Sicherheitsrisikos verboten worden.

Volkstrauertag 2005

Dokumentation Forum friedliches und soziales Augsburg

Dokumentation

1992

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1984

Informationen - LINKS

Wikipedia >>
Die Reden auf den zentralen Veranstaltungen zum Volkstrauertag bzw. zum Heldengedenktag >>